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Yoga Teacher Training Assistentin – meine Erfahrung

Zurück nach Bali und ab in die Yoga Bubble! Als Assistentin bei einem Yoga Teacher Training!

Wie du hier vielleicht schon gelesen hast, bin ich zurück nach Bali gekommen, um als Assistentin bei einem Yoga Teacher Training dabei zu sein und mehr zu lernen. Und zwar bei dem Yoga Teacher Training, bei dem ich selbst meine Ausbildung vor gut 15 Monaten gemacht habe. Details dazu findest du in diesem Beitrag.

yoga-teacher-swami-atma-and-me-in-baliDoch ist bei diesem Teacher Training einiges anders. So ist die Location des Yoga Trainings inzwischen eine andere, aber immer noch in Ubud. Und es sind einige andere Lehrer dabei. Unser Lead Teacher (Hauptlehrer) ist immer noch Deep. Einer der besten Yogalehrerer wie ich finde und ich liebe ihn!

Zusätzlich sind dieses Mal drei andere Lehrer dabei, eine Lehrerin für die Anatomieklassen und die Revision Klassen (in denen man das am Morgen gelernte noch mal wiederholt oder übt), ein Philosophielehrer und einer für Meditationen. Für mich ist das super, weil jeder Lehrer seine eigene Art und einen anderen Ansatz hat, etwas zu lehren und ich somit neue Lehrer und ihre Ansätze kennenlerne!

Eine neue Perspektive – Das Yoga Teacher Training als Assistentin erleben

Es ist super interessant, das Yoga Teacher Training (YTT) nun von einer anderen Perspektive zu erfahren, diesmal als Assistentin. Ich sitze nämlich nun seitlich vom Lehrer und sehe die Schüler. Und wenn die ganze Klasse die soeben erlernten Posen übt, gehe ich im Raum herum – natürlich zusätzlich zu Deep und einer weiteren Lehrerin – um den Schülern zu helfen, sie zu korrigieren und ihre Fragen zu beantworten.

Am Anfang war ich nervös und wusste nicht, ob ich all ihre Fragen beantworten könnte. Doch erleichtert stellte ich am ersten Tag fest, dass ich es konnte 🙂 Also habe ich bei meinem YTT damals wohl etwas gelernt und NICHT vergessen! Inzwischen ist die erste Woche der Yogaausbildung vorüber, heute ist Sonntag und wir haben frei.

yoga-teacher-training-assistant-baliNatürlich sind die Posen im Vergleich zu Tag 1, 2 und 3 im Verlauf des Trainings etwas schwieriger geworden und auch für mich nicht immer einfach zu korrigieren, vor allem wenn es sich um minimale Abweichungen bei einigen der Schülern handelt. Denn jeder Körper ist anders und daher kann die Pose auch bei jedem etwas anders aussehen. Das ist eines von Deeps Lehren! Es gibt im Yoga nicht „one fits all“! In solchen Fällen frage ich Deep um Rat.

Ich denke aber, das ist gut so. Denn ich bin hier als Assistentin und nicht als Lehrerin. Ich kann unmöglich alles wissen, was Deep nach fast 20 Jahren Erfahrung als Lehrer weiß. Und ich bin auch hier, um selbst Fragen zu stellen und mehr zu lernen. Und ich finde es wunderbar. Diese Chance ist einmalig.

Wie geht es nach dieser Erfahrung beim Yoga Teacher Training weiter?

yoga-teacher-training-bali-circleSo, nach drei Wochen bin ich froh und traurig zugleich, dass das Yoga Teacher Training nun zu Ende geht. Morgen ist unser letzter Tag und es findet eine Abschlusszeremonie statt. Ich habe viele gelernt. Und neue, wundervolle Menschen kennengelernt. Ich habe auch wieder einiges über mich selbst gelernt bzw. bin mir einiger Dinge wieder bewusster geworden. Dafür bin ich sehr dankbar.

Übermorgen treffe ich mich dann endlich mit Adam, dem Gründer von Yoga East+West, um über potentielle weitere Einsatzmöglichkeiten, sprich einen Job, zu sprechen. Ich bin gespannt. Denn deswegen bin ich ja überhaupt erst nach Bali zurückgekommen. Um hier einen Job zu bekommen. Daher bleibe ich noch mindestens vier weitere Tage in Ubud.

Meine Zukunft im Yogabereich: Das Job Gespräch – oder auch nicht

Adam und ich (und seine Freundin) treffen uns im Sage Restaurant in Ubud zum Mittag. Ich bin etwas aufgeregt, im positiven Sinne. Er erzählt mir, dass sie zurzeit für die Yoga Teacher Trainings hier auf Bali genügend Staff (personal) haben und somit derzeit keinen weiteren Bedarf haben, jemanden (wie mich) and Bord zu holen. Na super!

ubud-baliDoch halt, er plant, im nächsten Jahr (also 2020), diese Teacher Trainings auch in Costa Rica und sogar Indien anzubieten. Er möchte mit einer handvoll Yogaausbildungen in diesen beiden Ländern starten, und dann, wenn sie so erfolgreich sind wie auf Bali (die sind immer ausgebucht!), das Angebot ausweiten. Er bräuchte dafür also ab nächstem Jahr jemanden (nächstes JAHR! Wir sind grad erst im August!), der die ganze Organisation und den Admin Kram übernimmt. D.h. mit den Interessenten und Schülern kommunizieren, ihre Fragen beantworten und halt alles organisatorische regeln.

Allerdings sagt er auch, diese Person müsste für den Job nicht vor Ort, also weder in Costa Rica noch in Indien sein, sondern könnte dies von Bali oder von überall her regeln. Hmmm, hört sich zwar gut an, aber ehrlich gesagt stimme ich dem nicht zu. Grade am Anfang, für das erste Teacher Training, musst du doch jemanden vor Ort haben um den reibungslosen Ablauf zu garantieren, oder nicht? Naja, egal. Ich würde den Job auch gerne von Bali aus machen, kann mir nur recht sein (obwohl ich auch nichts gegen eine Reise nach Costa Rica oder Indien hätte).

Die Blase platzt und Ernüchterung stellt sich ein

Ich bin super interessiert, allerdings habe ich nicht damit gerechnet, dass er mir etwas anbietet, dass erst in ca. einem halben Jahr losgeht. Was machen ich denn bis dahin? Also, finanziell gesehen? Und das war auch alles noch so vage, denn er hat gesagt, es startet ca. im März. Circa. Als wir über das Gehalt reden, war er auch nicht besonders klar, sondern sagte nur, dass es definitiv ausreichen würde, um auf Bali zu leben. Hmmm. Und dann haben wir uns irgendwann verabschieded und vereinbart, dass wir in Kontakt bleiben.

Ich muss sagen, nach diesem Treffen war ich definitiv ernüchtert. Ich hatte vorher tatsächlich damit gerechnet, dass ich nach Bali komme, dort bei dem Yoga Teacher Training als Assistentin dabei bin und danach sofort einen Job bei Yoga East+West in der Tasche habe. Denn in unserer vorherigen Email-Kommunikation hörte es sich sehr danach an, dass er definitiv einen Job für mich hat. Doch dem war nicht so.

Nach dem Gespräch und auf dem Weg zurück in mein Homestay, hing ich etwas in der Luft. März. Es geht erst im März los. Und das auch nur, wenn sich die neuen Teacher Trainings in diesen beiden Ländern überhaupt verkaufen, also sich genug Leute anmelden. Hmmmmm. Was mache ich denn jetzt?

Mein Plan B – falls sich bei Yoga East+West nichts für mich ergibt

Für den unwahrscheinlichen Fall (ha! das habe ich zu dem Zeitpunkt wirklich gedacht), dass das „Job“-Gespräch nichts bringt, habe ich mir überlegt, für ca. einen Monat an ein schönes Plätzchen zu fahren, um ebenfalls weiter in Ruhe an meinem Blog zu arbeiten und mir meine nächsten Schritt zu überlegen. Dies könnte z.B. erst mal ein Freelancing Job, also Remote, sein.

sunset-in-bali-palmtreesDenn Ende September, also in ca. 5 Wochen ab jetzt, müsste ich wieder Einnahmen generieren, sonst bin ich aufgeschmissen. Eine weitere Option wäre wieder Volunteering. Allerdings bin ich hierbei inzwischen etwas wählerischer geworden, denke ich. Das würde ich nur machen, wenn sich etwas richtig cooles ergibt.

Allerdings weiß ich noch nicht, was für ein Plätzchen das sein soll. Ich will definitiv dann einen Monat (oder gar zwei) an einem festen Ort verbringen. Auch, um die Kosten gering zu halten sowie um möglichst wenig Ablenkung zu haben. Und um mich „heimisch“ zu fühlen. Alles in Ruhe auspacken und breit machen. Auch mal selber kochen etc. Ich bin mir nicht sicher, ob dieses Plätzchen unbedingt auf Bali sein muss. Muss es eigentlich nicht. Nur fällt es mir schwer, mich für einen Ort zu entscheiden, da ich ja noch nicht so viel in Südostasien herumgereist bin.

Doch das Universum hat einen anderen Plan für mich: Nichts mit Yoga – oder doch?

Da ich bisher noch nichts von Adam gehörte hatte, habe ich mich immer mal wieder etwas bei Yogatrade (der Website für internationale Yoga Jobs) umgeschaut und nur einige Tage später tatäschlich einen interessanten Job hier in Ubud gesehen! Und zwar im Bereich Marketing mit gelegentlichem Yoga Teaching! Für ein neues Yoga Studio, mit anliegenden Villas & Bungalows, einem indischen Restaurant, einem (veganen?) Cafe und einem Spa! Super! Und das witzige daran war, dass ich bereits in diesem Spa und dem Restaurant war, da es nur ca. 100 Meter von dem Resort entfert ist, wo ich im Juli noch bei dem Yoga Techer Training assistiert habe! Das kann doch nicht sein!? Also habe ich mich direkt beworben.

Doch auch hier hat der Zufall es so gewollt, dass unser Meeting nicht stattfinden konnte. Denn die Besitzerin des Yogastudios / Bungalow Resorts mit Cafe und Spa, mit der ich das Meeting haben sollte, musste zurück nach Australien. Doch sie würde in ca. 10 Tagen zurück kommen und wir könnten uns dann gerne treffen, falls ich dann noch in Ubud bin? Natürlich bin ich dann noch in Ubud! Ich weiß ja nicht, wohin sonst! Witzig ist auch, dass mein Meditationslehrer, Swami Atman, von dem YTT im Juli, mir nach dem Training gesagt hat, dass er das „Gefühl“ hat, dass ich in Ubud bleiben sollte, dass es gut für mich wäre. Aha. Und wozu genau?

Irgendwie klappt rein gar nichts – oder doch?

Letztendlich stelle sich heraus, dass die Besitzerin des Restaurants / Spas / Bungalows / Yoga Studios unvorhergesehen länger in Australien bleiben musste. Sie hatte mir nicht gesagt, wie lange und hat mir dann ein Skype Meeting vorgeschlagen. Ja, lass uns das machen, bitte, ich will den Job unbedingt! Doch auch dieses Meeting kam nicht zustande! Irgendwann antwortete sie mir nicht mehr. Das kann doch nicht sein! Langsam aber sicher wurde ich pessimistisch. Nichts ergab sich hier für mich. Nichts klappte. Was sollte ich nur tun?

Update: Es sind inzwischen einige Monate vergangen und Adam hat sich nicht bei mir gemeldet. Auch, als ich ihm einige Wochen später geschrieben habe, kam keine Antwort. Super schade! Aber im Nachhinein weiß ich, dass das gut so war und alles passiert, wie es am besten für uns ist!

Das „Ende“ der Geschichte: Was ist denn jetzt mit Yoga?

Es war nun Anfang September. Und ich hatte noch immer keinen Job, noch nicht mal etwas in Aussicht! Es kam soweit, dass ich tatsächlich und ernsthaft darüber nachdachte, wieder zurück nach Deutschland zu fliegen. Ich telefonierte viel mit meinen Freunden aus Deutschland und schrieb sogar Swami Atma, um nach Rat zu fragen. Sie alle rieten mir, zu bleiben und es weiter zu versuchen. Auch wenn ich niedergeschlagen war, wollte ich nicht „aufgeben“ oder gar zurückkehren.

Und dann, tatsächlich, ergab sich etwas anderes für mich. Ein Job. In Ubud! Der jedoch nichts mit Yoga zu tun hatte. Aber er ermöglichte mir, auf Bali zu bleiben. Also habe ich angenommen, obwohl die Bezahlung kein Jackpot war, aber genug, um auf Bali leben zu können. Und, wie sich später herausstellte, brachte mir genau dieser Job dann auch meinen ersten bezahlten Job als Yogalehrerin! Wow.